Weinbeschreibung für Steiner Riesling 17-23 von Schätzel
Allgemeine Informationen
Kai Schätzels faszinierender Solera-Riesling vereint sechs Jahrgänge (2017-2023) aus den prestigeträchtigen Lagen des Roten Hangs. Diese komplexe Komposition reift unter Florhefe in großen Holzfässern – ein mutiger Ansatz, der die Grenzen des deutschen Weinbaus neu definiert. Mit 11,0% Alkohol und dezenter Restsüße präsentiert sich hier ein Wein, der die Terroirprägung des Rotliegenden mit handwerklicher Präzision und geduldiger Reife verbindet.
Farbe & Aussehen
Brillantes Zitronengelb mit goldenen Nuancen und lebendigen Reflexen – die visuelle Signatur eines gereiften, doch vitalen Weins.
Nase
Bemerkenswert unkonventionell und doch tiefgründig überzeugend. Der Steiner verzichtet auf vordergründige Fruchtaromen zugunsten einer mineralischen Komplexität, die an warmen Fels nach Sommerregen erinnert. Nur subtil zeigen sich Nashi-Birne und Limettenzesten, begleitet von einem faszinierenden Kräuterspektrum aus Oregano und Majoran. Die Florhefe-Reife verleiht eine feine oxidative Note, die an Sencha-Tee und getrocknete Minze erinnert – ein intellektueller, meditativer Duft, der Geduld belohnt.
Gaumen
Am Gaumen offenbart sich die wahre Größe dieses Weins: straff, präzise und mit bemerkenswerter phenolischer Struktur ausgestattet. Die feine Gerbstoffprägung verleiht Textur und Länge, während die zurückhaltende Frucht dem mineralischen Ausdruck Raum gibt. Der angenehme Bitterton im Abgang wirkt nicht störend, sondern verleiht Spannung und Komplexität. Ein kühler, präziser Riesling, der Konzentration ohne Schwere bietet und dessen Vielschichtigkeit sich langsam entfaltet – ein Triumph der Reduktion und Präzision.
Besonderheiten
Dieser Wein verkörpert die Renaissance des deutschen Rieslings unter neuen Vorzeichen. Die Solera-Methode, traditionell mit Sherry assoziiert, wird hier meisterhaft auf Riesling übertragen. Die durchschnittliche Reifezeit von 32 Monaten und die Florhefe-Entwicklung verleihen eine Komplexität, die weit über das übliche Spektrum deutscher Weißweine hinausgeht. Ein intellektueller, fast meditativer Wein, der die Grenzen zwischen Tradition und Innovation gekonnt verwischt.
Speiseempfehlungen
Die phenolische Struktur und salzige Mineralität prädestinieren diesen Wein für Gerichte mit Tiefe und Umami. Hervorragend zu gereiftem Hartkäse, Pilzrisotto oder gebratenen Jakobsmuscheln. Auch zu asiatischen Gerichten mit Ingwer und Zitronengras eine bemerkenswerte Begleitung.










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