Weinbeschreibung für Saint-Véran Climate „La Bonnode“ Ovoide Zen AOC 2022 von La Soufrandière
Visueller Eindruck
Im Glas präsentiert sich dieser Saint-Véran in einem strahlenden mittleren Strohgelb mit feinen goldenen Reflexen, die das Licht einfangen und von der präzisen Handwerkskunst der Gebrüder Bret künden. Die Transparenz des Weins verspricht bereits die Klarheit und Präzision, die für die besten Chardonnays des südlichen Burgunds charakteristisch ist.
Nase
Der La Bonnode Ovoide Zen entfaltet sich zunächst mit bemerkenswerter Zurückhaltung – fast als würde er den Verkoster einladen, tiefer in sein Wesen einzutauchen. Während seine Geschwisterweine aus derselben Lage expressiver auftreten, offenbart dieser im Betonei gereifte Chardonnay eine subtilere Aromenwelt. Hier findet man keine vordergründige Opulenz, sondern eine feine Komposition aus weißen Blüten, frischer Birnenschale und einer Andeutung von Steinobst, unterlegt mit einer kristallinen Mineralität, die an feuchten Kalkstein erinnert – ein direkter Ausdruck des Terroirs unterhalb der majestätischen Roche de Vergisson. Mit zunehmender Luftzufuhr gesellen sich Noten von Zitronengras, weißem Pfirsich und eine Spur von Haselnuss hinzu, die die komplexe Tiefe dieses Weins erahnen lassen.
Gaumen
Am Gaumen zeigt sich die wahre Meisterschaft der Bret-Brüder und der transformative Einfluss des Betoneis. Der Wein besitzt eine bemerkenswerte texturelle Dimension – seidig und geschmeidig, mit einer geradezu taktilen Präzision. Die Reifung im ovalen Gefäß hat dem Wein eine faszinierende Rundheit und Geschmeidigkeit verliehen, ohne seine burgundische Identität zu verwischen. Die anfänglich zurückhaltende Säure entpuppt sich rasch als kraftvolles Rückgrat, das den Wein mit einer elektrischen Spannung durchzieht und ihm eine beeindruckende Länge verleiht.
Was diesen Ovoide Zen besonders auszeichnet, ist die Balance zwischen cremiger Textur und vibrierender Energie – ein Spannungsfeld, das sich bis ins nachklingende Finale fortsetzt. Hier verbindet sich die lebendige Säure mit einer subtilen, fast jodigen Salzigkeit, die an die Meeresbrise erinnert und den Gaumen erfrischt. Diese salzige Komponente, ein Markenzeichen der Weine von La Soufrandière, verleiht dem Wein eine zusätzliche Dimension und macht ihn zu einem außergewöhnlichen Begleiter feiner Speisen.
Allgemeine Informationen
Dieser Saint-Véran stammt von einer zwei Hektar großen, nach Osten ausgerichteten Parzelle in der Lage „La Bonnode“, die auf 250 Metern Höhe unterhalb der markanten Roche de Vergisson liegt. Der Boden, geprägt von Lehm auf Kalkstein, verleiht dem Wein seine charakteristische Mineralität. Die 35 Jahre alten Rebstöcke wurden Ende August und Anfang September 2022 sorgfältig von Hand gelesen.
Die Vinifikation folgt dem Prinzip minimaler Intervention: Ganztraubenpressung, spontane Gärung mit natürlichen Hefen und eine 17-monatige Reifung – zunächst im Beton-Ei, das dem Wein seinen Namen gibt, gefolgt von einer Periode in neutralen Fässern nach der Assemblage. Der niedrige Gesamtschwefelgehalt von 39 mg/l und der präzise pH-Wert von 3,28 unterstreichen die akribische Arbeit der Winzer und ihre Hingabe zur Authentizität.
Der Jahrgang 2022 im Mâconnais brachte trotz der Herausforderungen durch Hitze und Trockenheit bemerkenswert ausgewogene Weine hervor – ein Zeugnis für das tiefe Verständnis der Gebrüder Bret für ihr Terroir und ihre Fähigkeit, selbst unter schwierigen Bedingungen Weine von bemerkenswerter Präzision und Finesse zu erzeugen.
Speiseempfehlungen
Die vielschichtige Eleganz dieses Saint-Véran ruft nach Gerichten, die seine Komplexität respektieren, ohne sie zu überschatten. Brathähnchen mit eingelegter Salzzitrone bietet eine perfekte Harmonie, wobei die zitronigen Noten die Frische des Weins unterstreichen, während die cremige Textur des Weins die saftige Zartheit des Geflügels umschmeichelt.
Gebratener Lachs mit Erbsenpesto und Bratkartoffeln schafft einen Dialog zwischen der mineralischen Spannung des Weins und der öligen Reichhaltigkeit des Fischs, während die Erdigkeit der Kartoffeln mit den subtilen Nussaromen im Wein korrespondiert.
Für ein wahrhaft außergewöhnliches Geschmackserlebnis empfiehlt sich ein Bretonischer Meeresfrüchteteller – die jodige Salzigkeit frischer Austern, Muscheln und Meeresfrüchte findet in der mineralischen Prägung und der salzigen Finish des Weins einen kongenialen Partner, der die Essenz des Meeres auf dem Gaumen verlängert und intensiviert.






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